Der Berliner Stromausfall vom Januar 2026 hat gezeigt: Symbolische Sicherheitsmaßnahmen wie Videoüberwachung und Geheimhaltung von Infrastrukturdaten bieten keine echte Resilienz. Sie scheitern an grundlegenden technischen Realitäten:
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Kameras verhindern keine Störungen – weder durch Sabotage noch durch Naturereignisse oder Bauunfälle. Sie liefern allenfalls nachträgliche Ermittlungsansätze.
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Geheimhaltung erhöht das Risiko – Leitungen bleiben physisch sichtbar, während Tiefbauunternehmen und Einsatzkräfte behindert werden.
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Nur technische Redundanz schützt – Das n-1-Prinzip gewährleistet, dass ein einzelner Schaden nicht zum Versorgungsausfall führt, unabhängig vom Auslöser.
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Mobilfunk ist kritische Infrastruktur – In Krisenlagen sind Smartphone-Alarme, Notrufe und Kommunikation zwischen Einsatzkräften unverzichtbar. Mobilfunk muss in die Resilienzstrategie integriert werden.
Die AG KRITIS formuliert es treffend: „Wer ernsthaft Infrastruktursicherheit betreiben will, muss bereit sein, in technische Substanz zu investieren statt in symbolische Sicherheitsmaßnahmen."
Leipzig muss den Mut haben, echte Prävention durch strukturelle Resilienz umzusetzen statt auf reflexartige, aber wirkungslose Überwachungsmaßnahmen zu setzen.
Quellen:
- AG KRITIS: N-1 oder Stromausfall – Berlins Infrastrukturproblem hat eine technische Lösung
- Bundesnetzagentur: Definition n-1-Kriterium
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